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Im Jahr 2035

(25 x gelesen) im
Nov 09 2018

Wir schreiben das Jahr 2035.

Vor 17 Jahren, als ich mit der Dialyse begonnen habe, hatte man bei Apple grade erfunden, dass man iPhones & Co. nicht mehr unbedingt über ein Kabel aufladen muss, sondern man legt das Gerät zum Laden des Akkus einfach auf eine bestimmte Unterlage, „Wireless Charging Pad Ladestation“ nannte man das damals und es war eine Weltneuheit.

Hand aufs Herz, wer läd heute noch mit Kabel? Überall zu Hause und in der Öffentlichkeit sind diese Ladestationen eingebaut, in Hotels, auf Restauranttischen, in Schulen und Unis, an Haltestellen usw. Wir kennen das ja mittlerweile und kaum jemand hat noch irgendwo ein Ladekabel rumliegen. Wir laden unsere Apple-Watch kontaktlos.

Warum schreib ich das? Ich vergleiche mit der Art der Dialyse. Damals, 2018, gab es Daisy und sie war eine der modernsten und angesagtesten Helferin für die Patienten. Drei mal pro Woche für vier Stunden ein Date mit ihr war das Übliche.

Und heute? Was macht heute ein Dialyse-Patient? Er lebt ganz normal wie jeder andere Mensch auch. Er geht seinen Beschäftigungen nach, geht arbeiten, genießt seine Freizeit, macht Urlaub, wo er will und wie lange er will. Es gibt nur einen einzigen Unterschied. Daisy. Sie ist nicht mehr die wuchtige Maschine, die neben dem Bett steht, in der Klinik oder auch zuhause. (Welcher Frau gefällt es denn, wenn man ihre Figur als „wuchtig“ bezeichnet? Na also!) Nein, Daisy hat sich mächtig verändert. Sie hat abgenommen. Und zwar ganz gewaltig. Sie ist nur noch so groß wie ein iPhone, passt in jede Hosen- oder Rocktasche. Und auf geheime, leise Weise arbeitet sie ganz treu und gewissenhaft daran, dass dein Blut sauber bleibt. Wichtig ist nur, dass du sie bei dir hast, möglichst nahe am Körper. Wenn sie sich dann mal meldet, nimmst du sie aus der Tasche, öffnest ein kleines Fach an der Seite und wechselst eine kleine Patrone, so groß wie eine die man früher in TV-Fernbedienungen hatte, steckst sie wieder ein und fertig. Alle „Verbundenheit“ mit Daisy über irgendwelche Schläuche, alle Ortsgebundenheit und vor allem die Nadeln gehören der Vergangenheit an. Auch die großen „Fresenius 6oo8“ sieht man nur noch selten.

Es gibt ja auch kaum noch iPhones. Warum auch? Alles macht man mit seiner Watch - und mit dem implantierten Chip im Oberarm...

 

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