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knapp daneben

(20 x gelesen) im
Nov 09 2018

Freitag, 09.11.

 

Am Montag hab ich zum Schluss noch Mist gebaut.

Was ist passiert? Ich hätte noch knapp 20 Minuten an Daisy hängen sollen, aber ich war unvorsichtig. Aus einem Reflex heraus habe ich meinen linken Arm mit den Nadeln drin spontan an den Kopf gehoben. Das Ergebnis? Durch die unbedachte Bewegung hat sich eine Nadel durch die Venenwand geritzt. Die Nadeln sind extrem scharf und spitz. Im Gegensatz dazu könnte man auf einer Rasierklinge unbeschadet bis nach Rom reiten. Das Blut lief nun nicht mehr nur in die Vene zurück, sondern auch in das Gewebe. Daisy hat hervorragend reagiert und es sofort gemeldet und den Rücklauf von ihr zu mir gestoppt. Dadurch ist nur eine relativ geringe Menge Blut im Gewebe gelandet. Genug, um eine kleine Beule zu verursachen, die mir zwei blaue Flecken beschert hat.

Die Schwester hat auch hervorragend reagiert, zwar etwas unruhiger als Daisy, aber sie wusste ebenso genau, was zu tun ist. Alles stoppen, Schlauch abklemmen, von Daisy meine 200ml Blut zurückfließen lassen durch den anderen Schlauch, alles fertig abklemmen, beide Nadeln raus und der Rest wie immer. 

Zuhause dann fleißig kühlen, damit der blaue Fleck in Grenzen bleibt. Hab ich geschafft. Wenigstens das hab ich gut gemacht.

Hatte ich schon mal erwähnt, dass Dialyse nicht immer ganz ungefährlich ist? Tausend Dinge können schief gehen. An manchen trägst du Mitschuld, andere können einfach passieren. Mit diesem Risiko musst du leben (können).

 

Na mal sehen, wie es heute läuft. Sowas sollte mir nie wieder passieren. Brauch ich nicht. Echt nicht.

Es läuft gut. Das schon mal vorweg.

Die erste Nadel geht rein wie ein Messer in weiche Butter. Super und Danke! Bei der zweiten gibt es mehr Probleme. Liegt auch an den blauen Flecken in unmittelbarer Nähe. Kann mich also nicht beschweren. Selber Schuld... Doch die Souveränität der Schwester lässt auch dieses Problem schwinden wie eine kleine Pfütze in der heißen Sommersonne.

Blutdruck heute wieder ziemlich hoch: 150/91

Nadeldruck: -105/120. Meine Vene wird kräftiger. Gut so.

Blutfluss: 300ml/min, statt vorher 250. Auch gut.

Das Wichtigste heute? Meinen Arm so still wie möglich halten...

Es gibt im Leben gewisse Gewohnheiten, eingespielte Abläufe, Selbstverständlichkeiten, über die man gar nicht mehr nachdenkt. Man tut es einfach, man reagiert einfach so. Ein Rechtshänder arbeitet mit rechts, ein Linkshänder mit links. Stecken nun die Nadeln links, was macht dann ein Linkshänder? Richtig. Er muss nun mit rechts arbeiten. Eine totale Umgewöhnung, Änderung der Paradigmen. Das geht nicht von heut auf morgen, das dauert. Auch so eine Kleinigkeit im neuen Leben der Dialyse.

Die Blutdruckmanschette rutscht ständig vom Oberarm über den Ellenbogen. Das stört beim Arbeiten. Kann man die nicht irgendwo anschrauben...?

 

Jetzt werde ich mich meiner Freizeit widmen... Bin dann mal weg...

 

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