*
LogoFacebook
blockHeaderEditIcon

Apr 08 2019

Montag. Eine neue Woche. Wie jede Woche.

 

Kaffee komplett mit drei Zucker. In der eigenen Tasse. Da passen 250 ml rein statt nur knapp 200 in die der Klinik. Und ich bleib meinem Vorsatz treu, nur eine Tasse zu trinken. (Vielleicht bring ich ja später mal meine 0,9-Liter-Tasse mit... Das ist dann auch nur eine Tasse.)

Worüber schreib ich heute? 

Über die Nadeln im Arm, die die Schwester gelegt hat und die nun sitzen? Hoffentlich stellen die sich nicht mal hin, sondern bleiben ruhig sitzen. Blutfluss durch die Dinger 350 ml pro Minute, Wieviel ist das in vier Stunden? Rein rechnerisch über 80 Liter. UF-Ziel 700 +200 -500, Startblutdruck 155/82. 

Über die Schwestern, die hier ihren Dienst tun und den Anschein erwecken, das sei alles normal und selbstverständlich? Ist es nicht. Ist auch kein „Dienst nach Vorschrift“, sondern einfach mehr. Klar ist vieles Routine und Broterwerb, doch die Menschlichkeit bleibt dabei nicht auf der Strecke. Es fühlt sich gut an, hier zu sein und ihnen „ausgeliefert“zu sein. Ist auch ein Grund, an dieser Stelle mal ganz toll „Danke!“ zu sagen. Ja, ich weiß, nun sagt ihr gleich „Immer wieder gerne!“ Ich glaub es euch ja.

Über den Arzt, der grad Visite macht? Mal schauen, ob er auch so zufrieden ist mit meinem Allgemeinzustand wie ich. Energie steigt. Leistungsfähigkeit auch. Müdigkeit wird weniger. HB-Wert liegt bei 11,9. Eine Steigerung zu letzter Woche von 0,1. Langsam kommen wir in den erwünschten Bereich. Langsam. Die Bildung roter Blutkörperchen, diese kleinen Lastkraftwagen im Blut, die den Sauerstoff zu den einzelnen Zellen und den Stickstoff von dort wieder weg transportieren, scheint zu funktionieren. Und LKW’s sind eben keine Rennautos. Die fahren langsam und mit Bedacht. Aber mit gehöriger Power. Klar gibt es schnelle Schlitten im PKW-Sektor mit über 400 PS. Aber wozu? Zum Beschleunigen von Null auf 300 in 8 Sekunden? Oder nur zum Angeben? Ich fahr 8 Sekunden eher los und komm irgendwann auch auf 120. Mit meiner Emma damals mit 414 PS, voll beladen mit 40 Tonnen Gesamtgewicht, mit 8 Gängen und 8 Zwischengängen, ebene Straße, von Null auf 80 in etwa 2 Minuten. Sind die PKW’s da etwa besser? Mach mal 30 Tonnen Zuladung drauf. Dann sind diese PKW’s einschließlich deren 400 PS einfach nur platt.

Über das Catering-Frühstück, das sich nicht wesentlich gebessert hat? Durch die Macht der Gewohnheit nimmt man es mittlerweile so, wie es ist. Man ißt, wie es ist. Ist ja auch nicht wirklich sooo schlecht. Und mit meinen Kalium- und Phosphat-Werten habe ich da keinerlei Probleme damit. Von wegen, man darf als Dialysepatienten kaum noch was essen. Man darf alles essen. Abwechslungsreich und in Maßen. Wie mit allen anderen Sachen auch. Außer beim Rauchen. Das sollte man komplett professionellen und extra dafür konzipierten Schornsteinen überlassen. Von wegen „Zigaretten“! Die retten überhaupt nicht. Machen nur kaputt. Sollten eher „Zikaputt“ heißen.

Über die Zeit hier neben Daisy? Ist Alltag geworden. Selbstverständliche Routine. Ähnlich wie bei den Schwestern, nur ohne den Broterwerb-Modus. Warum ist Daisy so wichtig? Weil alle Dialysepatienten eine Nierenleistung von unter 10% haben. Ob 9 oder 5 oder nur 3 ist unwesentlich. Daisy schafft 10%. Kein optimaler Wert, aber immerhin überlebenshaltend. Deshalb, so hat mir der Arzt eben angeraten, sollte man ernsthaft über Transplantation nachdenken. Eine Spenderniere schafft gut noch 30 bis 50%. Und das einige Jahre. Ein Traumwert. Ein Gedankengang, den ich wohl verfolgen werde. Man muss ja nicht immer bei seiner vorgefassten Meinung bleiben...

Oder worüber soll ich heute sonst schreiben? Keine Ahnung. Also belassen wir es dabei. Schreib ich am Mittwoch wieder.

Wird mir dann schon was einfallen.

 

 

Kommentar 0
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail