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Tag sieben

(40 x gelesen) im
Nov 06 2018

Freitag, 2.11.

 

Der Tag gestern war echt hart. 

Das Kernstück meiner Firma ist abgestürzt. 

Mein Acer-Laptop, mit dem ich komplett alles gearbeitet habe.

Als Webmaster ein Verlust wie für einen Trucker ein defekter LKW. 

Die Existenz ist damit gefährdet. 

Also auf zum nächsten Apple-Store, 50km, und nach einem Neugerät umgeschaut. Acht Stunden unterwegs, viel laufen, die meiste Zeit auf den Beinen. Das war in meinem Zustand ein kleiner Marathon. 

Ich hab´s geschafft! Das Ergebnis: iPad Pro. Geiles Gerät! Der Marathon hat sich gelohnt! 

Das liegt nun hier auf meinen Beinen und nimmt meine Aufzeichnungen für heute entgegen. 

 

Aber eigentlich wollte ich heute von meinem Date mit Daisy schreiben. Also, fangen wir nochmal an:

 

Freitag, 02.11.

 

Das Taxi und der „Moment“...

Es kam 10 nach 7. Irgendwie geht es nicht besser. Das Unternemen hat über 90 Dia-Patienten zu fahren mit ca 20 Fahrzeugen. Und die alle zu fast gleicher Zeit, nach Lich oder Giessen. Logistisch fast unmöglich. Ich hab mit dem Fahrer ( mein Rumäne) vereinbart, dass ich entweder gleich um diese Zeit abgeholt werde, oder wir Sammeltransport machen mit einer Patientin, die fast auf dem Weg wohnt. Mittlerweile scheint der Rumäne auch mein Stammfahrer zu werden. Dann spielt sich das alles langsam ein. 

(Die Texterkennung bei meinem iPad ist Spitze, ich brauch fast nur noch die Hälfte der Worte auszuschreiben...)

Gut, bin ich also erst halb acht bei Daisy. Sie nimmt es gelassen. Die Schwester auch. 

Die Schwester weiß auch noch, wo meine Vene mit dem Shunt entlang läuft. Da, wo sie stechen muss. Der Ultraschall am Mittwoch war also hilfreich. Heute nun zwei Kanülen, zwei Schmerz, zweimal abdrücken zum Schluss. Dafür eine bessere Wirkung bei Daisy. Es wird dadurch nur vergiftetes Blut angesaugt und ca 5cm danach in Richtung des Blutflusses wieder sauber zurückgegeben.

Mancher wird sich fragen: Was ist ein Shunt (gesprochen: schant)? Lange vor der Dialysezeit muss vorbereitet werden. Daisy zieht ca 250ml Blut pro Minute. Soviel muss erst mal durch eine Vene fließen, was normalerweise nicht der Fall ist. Aus einer Arterie kann man nicht entnehmen, da ist der Druck zu hoch und auch mit dem Abdrücken danach gäbe es Probleme. 

Also muss man Alternativen schaffen. Und das geschieht wie folgt:

In der Nähe des Handgelenkes wird eine kleine OP vorgenommen. Eine Vene wird durchtrennt und das Ende, das zum Herzen führt, wird an die danebenliegende Arterie angenäht. So entsteht quasi ein Kurzschluss. Arterienblut fließt direkt in diese Vene und so entsteht dort ein ca 5-Fach höherer Blutdurchfluss als normal. Bei mir sind das 900-1000ml/min. Würde diese Stelle verletzt werden, braucht es nur 5-6 Minuten, bis ich verblutet wäre... Ein Gedanke, der ein klein wenig Gänsehaut-Feeling aufkommen lässt... Das aber nur nebenbei.

 

Der Arm fühlt sich heute auch nicht anders an als sonst. Die beiden Kanülen hat er gut angenommen. Und auch Daisy scheint zufrieden. Im Gegensatz zu ihren Schwestern hat sie sich in all den Dialysezeiten bisher nur ein einziges mal über irgend eine Kleinigkeit beschwert. Wir arbeiten anscheinend gut zusammen. 

Und ich denke, wir wünschen uns beide, dass das auch in Zukunft so bleibt.

 

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