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Mär 25 2019

Montag. Wochenend ist vorbei, Sonnenschein auch. Alles lief wie geplant und war schön. Gerne wieder. Vielleicht nächstes Jahr... Bei den zahlreichen Anrufen gestern kamen auch etliche Fragen. Zum Beispiel: „Wird das mal wieder besser, dass du nur noch einmal pro Woche da hin musst?“ „Und Nieren- oder Brennnesseltee helfen da wohl nicht mehr?“ Ehrliche Fragen, die ein Mitgefühl zeigen. Trotzdem musste ich sie mit „Nein“ beantworten.

Heute Morgen in der Klinik herzlicher Empfang. Sogar Daisy war hübsch geschmückt. Man fühlt sich wie unter Freunden.

Beruflich beschäftige ich mich ja viel mit Bildern, Fotografie, Bildbearbeitung und so. Ich hab zwar selbst keine Mordskamera, aber das braucht man ja auch nicht unbedingt. Es gibt genügend andere Bilder, die man verwenden kann. Da gibt es - neben Urheberrechten, die man beachten sollte - nur manchmal das Problem, dass auf wunderschönen Bildern irgendetwas drauf ist, was stört. Eine falsche Person im Hintergrund, die unpassenden Blumen, ein Bildfehler usw. Du willst das Bild auf die Webseite bringen und denkst „schade“. Aber gleich danach denkst du „kein Problem, es gibt ja Bildbearbeitungsprogramme“. Und manche sind richtig gut. Am Ende ist vom ursprünglichen Bild kaum noch was zu sehen. Alles was stört, nimmst du raus. Macht manchmal richtig Spaß.

Warum schreibe ich das? Weil das Leben doch etwas anders ist. Jemand hat mal gesagt „Das Leben ist wie Zeichnen ohne Radiergummi.“ Und ohne Bildbearbeitung. Man kann vieles nicht einfach ausblenden oder wegretuschieren. Es ist da und bleibt da. Das ist mir am Wochenend und Sonnenschein wieder besonders aufgefallen. Es war schön, es war gut, es war toll. Sonnenschein pur, innen wie außen. Das ganze Programm konnte ich wie geplant durchziehen, alles hat wunderbar funktioniert und gepasst. Und doch liegt da ein Schleier vor der Sonne, den man nicht wegbekommt. Und der heißt „akute Niereninsuffizienz.“ Dauerhaft, lebenslang, unbarmherzig. Heute Morgen ins Taxi und wie zur Arbeit gefahren werden. Hast du aber als Werktätiger oder Noch-nicht-Rentner mal keinen Bock zur Arbeit, meldest du Urlaub an. Oder bist du krank, bringst du den Krankenschein vorbei. Und schon hast du frei. Nicht so bei dir. Du musst hin. Immer. Der Schleier bleibt.

Doch trotz allem bleibt die Summe alles Gesagten: Es ist nur ein Schleier. Es ist bei Weitem kein Regenwetter. Das ist das Gute daran.

Selbst dass die Nierenleistung nun auch mit der ausgeschiedenen Menge nachlässt und immer mehr Daisy das mit übernehmen muss, verdichtet den Schleier nicht.  Jedenfalls noch nicht. Wie sich das später entwickelt, muss ich sehen. Dass diese Situation kommen würde, wusste ich ja schon. Nun ist sie halt schon da. Das sind eben Begleiterscheinungen in dem „anderen Leben“, das nun begonnen hat. Machen wir das Beste daraus!

Mit Kaffee zum Frühstück zum Beispiel.

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