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Mär 01 2019

Freitag, fast Wochenende

 

Es geht mir gut. Daisy neben mir schnurrt zufrieden. Sie bekommt über einen kleinen Schlauch eine Flüssigkeit, die ich als Techniker mit „Rostbrühe“ bezeichnen würde. Und genau das ist drin: eine Eisenlösung. Ferrlecit. Momentan bin ich noch nicht soweit, aber wenn das immer mehr wird, muss ich wohl aufpassen, wenn ich an Magneten vorbeikomme, an großen Trafos zum Beispiel. Nicht dass ich mal so viel Eisen im Körper hab, dass ich angezogen werde. Dann muss ich zuhause anrufen “Du Schatz, ich komm später, ich häng hier grad fest...“ Wie andere im Stau halt.

Doch das liegt noch in weiter Ferne. Zunächst muss ich mit den Werten erst mal aus dem Keller kommen. Geht aber ganz schön rund: Montag Ferrlecit, Mittwoch Epo, Freitag Ferrlecit, Montag Ferrlecit, usw... Und nach jeder dieser Bonus-Geschenke fühlt man sich irgendwie benommen und mit Gummiknochen in den Beinen. Kein Wunder also, dass ich ziemlich träumend durch die Woche spaziere. Man fühlt sich immer irgendwie, als wäre man auf Drogen. 

Trotzdem geht es mir gut. Und das Interessante daran ist, dass die Dialyse mittlerweile zum festen Bestandteil meines Lebens geworden ist. Etwas, das immer wiederkehrend ist, das sich im Bewusstsein und Unterbewusstsein eingeprägt hat als eine Zeit der Ruhe und wo alles geordnet abläuft. Anders als in den Tagen dazwischen, die doch manchmal (oder leider viel zu oft) ziemlich hektisch und stressig ablaufen können.

So genieße ich grad meinen Kaffee wieder, nicht um munter zu werden oder weil ich ihn brauche, sondern einfach nur zum Spaß an der Freude. Und weil er schmeckt. Das ist auch so eine Kindheitserinnerung. Ferienjob in der 9. Klasse. Textilfirma, Gardinen verpacken und versandfertig machen. Zu jedem Frühstück gab es Kaffee. Das war meine erste intensive Begegnung mit diesem Getränk. Das ganze Firmenfeeling, Geld verdienen in der Erwachsenenwelt, als Arbeitskraft akzeptiert werden, etwas Nützliches tun, anstatt nur mit dem Fahrrad halsbrecherische Experimente wagen und Grenzerfahrungen für Rad und Fahrer sammeln, der Duft des Kaffee’s kurz vorm Frühstück, gemeinsam am Tisch sitzen, dazu gehören, der Geschmack von süßem Kaffee mit belegten Wurstschnitten von daheim. Ich erinnere mich gerne daran. Jahrzehntelang konnte ich dann wegen einer Allergie keinen Kaffee mehr trinken. Durch bewusste Ernährung und mit einer Vielzahl von „HERBALIFE“-Produkten habe ich diese Allergie überwunden. Und kann deshalb jetzt auch hier zum Dia-Frühstück wieder Kaffee genießen - und mich an alte, sehr alte Zeiten erinnern.

Dazu zwei Brötchen wie immer. Ich bring es nur nicht fertig, mir etwas für später aufzuheben, ratzfatz sind die vier Hälften verschwunden. Dia macht hungrig.

Nach dem Tagebuch ein wenig Doku schauen, entspannt ruhen, eine Online-Überweisung, vielleicht an einer Webseite basteln, mal sehen... Alles geordnet und in Ruhe eben.

In diesem Sinne: bis Montag dann! Habt alle ein schönes, ruhiges Wochenende und trotzdem viel Spaß und mit der nötigen Portion Action.

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