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Feb 02 2019

Samstag, nicht Freitag

 

Und wen juckt´s, dass gestern kein Tagebucheintrag kam? Keins meiner Hotline-Service-Telefone ist gestern heiß gelaufen deshalb. Würde ich nicht die Anzahl der Seitenaufrufe pro Eintrag sehen, könnte man meinen, es juckt niemanden, ob und was ich hier schreibe.

Mich hat´s gejuckt. Und zwar mächtig gewaltig, Egon. Dass ich gestern nichts gepostet (heißt doch so in der modernen Welt?) habe. Nichts posten konnte. Und das zieht sich zurück bis Sonntag. Siehe letzter Eintrag.

Es fing alles ganz harmlos an. Halsweh, Mandelschmerz, Hustenreiz, der immer schlimmer wird. Montag fängt dann langsam das ganze Programm an und hat seinen Höhepunkt am Donnerstag. Ein heiße Schlacht beginnt. Halsweh, Kopfschmerz, starker Husten, die Nase läuft wie der Main bei Hochwasser, Gliederschmerzen, Augenbrennen, Ohren zu. Dann die Schmerzen beim Husten. Und von Schleim keine Spur. Der sitzt fest wie die Schwiegermutter beim Kaffeetrinken. Aber die Nerven in den Bronchien petzen dem Rückenmark, dass da welcher ist. Das Rückenmark gibt das so weiter an das Gehirn. Und das nun befiehlt den Zwischenrippenmuskeln und dem Zwerchfell: „Zusammenziehen zum Husten!“ Dass die Muskel dort nicht grad die Bodybuilder sind, ist dem Gehirn egal. Befehl von oben, wie im richtigen Leben. Und das Fell von dem armen kleinen Zwerch ist auch total überlastet, Ergebnis: Muskelkater erster Klasse, bei jedem Hustenanfall. Und der kommt alle paar Minuten, pünktlich wie die Berliner U-Bahn.

Eine heiße Schlacht. Von Kopf bist fast zum Fuß. Außer Zehenschnmerzen, die bleiben mir erspart. Alle kämpfen bis auf´s Messer. Jeder gegen jeden. Und ich mittendrin. Da fliegen die Geschosse nur so um die Ohren. Und dann, bei einem Hustenanfall: Zack! Seitdem habe ich nicht nur Muskelkaterschmerz beim Husten, sondern ein höllisches Stechen in der rechten Seite.

Freitag ist trotzdem Dialyse. Ich komme mehr geschlichen als gelaufen. Es geht besser als erwartet. Nur die Hustenattacken... Vom Arzt erfahre ich, dass die Ursache der Schmerzen auch eine gebrochene Rippe sein kann... Dankeschön auch! Er hört mich ab und tastet mich ab. Lunge ist frei. Na wenigstens das. Körpertemperatur um die 34, Blutuntersuchung o.B. Keine bakterielle Ursache. Ein einfacher viraler Infekt. Ha ha... Ich bekomme Medikamente und Empfehlungen. Man kümmert sich um mich. Wie ich es hier schon immer gewohnt bin. Daumen hoch!

Den Rest der vier Stunden verbringe ich schlafend (und hustend). Das Mitleid der Schwestern und der Mitpatienten auf meiner Seite. 

Zu Hause will ich nur noch eins: A: Hinlegen, B: schlafen und C: nicht mehr husten müssen. Der Erfolg nimmt von A zu C rapide ab.

 

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