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Dez 05 2018

Mittwoch, 05.12.

 

Was sind schon 7 Wochen? Langsam fühle ich mich immer mehr als „blutiger Anfänger“. Hier gibt es Mitpatienten mit 11, mit 30 Jahren. Das sind andere Zeiten als 7 Wochen. Wie fühlt man sich nach 30 Jahren? Ich werde (hoffentlich) davon berichten, wenn es soweit ist.

Doch heute ist heute. Also leben und fühlen wir heute. Die Schwester hat ihre Sache gut gemacht, sehr gut sogar, nach S-Klasse-Sonderausstattung-Manier. Super. Das war bei ihr nicht immer so...

Der Kaliumwert ist auch im grünen Bereich. 4,7. Über 5 wäre erst zu hoch. Daisy ist zufrieden mit mir. Ich mit meiner Ernährungsweise auch.

Weil wir grad davon sprechen: Das Frühstück kommt. Das hat Vorrang vor allem anderen.

Bis nachher...

 

Gut gefrühstückt und der Tag ist halb gewonnen. Passt heute. Mir geht es gut.

Übrigens sind auch andere der Meinung, dass ich seit der Dialyse besser aussehe und mich besser verhalte. Die Gesichtsfarbe hat von blass-grau nach mehr rosa gewechselt. Und ich bewege mich wieder agiler. Bin nicht mehr so lahm und erschöpft, besonders beim Treppen steigen. Muss nicht mehr so schnaufen. 

Ich selbst merke das noch nicht so intensiv. Klar, ich komm besser die Treppen hoch, ohne oben völlig außer Atem zu sein. Aber die Müdigkeit. Nach jeder Dialyse bin ich zuhause nach dem Mittagessen immer bettreif. Dann sind zwei bis drei Stunden Schlaf das Normale. Aber auch zwischen den Tagen scheint mein Lieblingsort das Bett zu sein. Ich fühle mich noch nicht wirklich belastungsfähiger. Am Laptop (Ich hab es wieder zum Laufen gebracht!) oder iPad sitze ich zwei, höchstens drei Stunden und kann mich auf meine Web-Arbeit konzentrieren. Danach ist Schicht im Schacht. Entweder schlafen oder berieseln lassen. Dann bin ich auch für andere Aufgaben nur schwer zu begeistern. Früher nannte man das Faulheit oder Trägheit. Heute ist es wohl eher Konditionsschwäche, körperliche und geistige.

 

Was mir aber ganz positiv an mir auffällt, ist Folgendes:

Als ich vor über 20 Jahren als „staatlich geprüfter Kesselwärter“ (auf deutsch: Heizer) an einem stehenden Hochdruck-Quersiede-Kessel arbeitete, gab es einen Winter, wo ich monatelang kaum ausreichend geschlafen habe. Das hat die besondere Situation und die entsprechend marode Technik im Osten damals so mit sich gebracht. An manchen Tagen ist der Schlaf komplett ausgefallen und ich war über 48 Stunden am Stück wach. Manchmal waren nur 2-3 Stunden drin. Nur äußerst selten kamen mal 8 Stunden zusammen.

Das hatte Folgen. Außer Nervosität und gesteigerte Reizbarkeit wurde seitdem ein massives Zittern der Hände mein täglicher Begleiter. Oft konnte ich meine Tasse nur mit beiden Händen festhalten, um trinken zu können. Macht sich blöd in der Öffentlichkeit oder wenn man wo zu Besuch ist. Dieses Zittern hat sich in den letzten Monaten vor der Dialyse dann noch verstärkt. Ständig ist mir das Essen von der Gabel gefallen...

Doch seit einigen Tagen fällt mir auf, dass das Zittern langsam nachlässt. Sogar meine Tasse liegt ruhiger und sicherer in der Hand. Ein gutes Gefühl.

Das Gift in meinem Körper wird wohl immer weniger. Dank Daisy.

Und ich bin mir sicher, das wird noch besser. Auch die „Lustlosigkeit“ und Atemnot wird noch weiter verschwinden. Da bin ich mir ganz sicher.

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