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Nov 30 2018

Freitag, 30.11. letzter Tag der 6. Woche

 

Als ich vorgestern meiner Frau sagte, ich wüsste gar nicht so recht, was ich Freitag schreiben solle, meinte sie, das muss ja nicht sein, ich könnte auch mal nichts schreiben. Gute Idee, dachte ich. Also schreibe ich mal nichts:

 

 

nichts

 

 

Hm, irgendwie doof. Oder?

Also mach ich es doch wie immer.

Und außerdem sind mir inzwischen wieder ein paar Gedanken gekommen...

 

Ich war gestern auf der Beerdigung meines besten Freundes. Nach 1½ Jahren Leiden an ALS verstorben. Mit 53.

Was hatten wir für Pläne. Wir leiteten seit fast 20 Jahren jeden Sommer eine Kinderfreizeit. Wollten uns irgendwann nach einem Truck umsehen, mit Trailer hinten dran, Marke Kenworth, ähnlich den Cola-Trucks. Mein Freund hatte kurz vorher noch den LKW-Führerschein gemacht. Mit dem Truck wollten wir dann durchs Land ziehen und Kinderarbeit machen. Echt. Oder zumindest eine Hofreite oder einen Bauernhof draußen auf dem Land kaufen und zu  einem fetzigen Ferienlager ausbauen, damit wir unabhängig sind und nicht fremde Häuser anmieten müssen. Zugegeben, hoch gegriffen. Aber wie schon mal gesagt: Wer nur bis zur Decke denkt...

Pläne. Der Mensch denkt und Gott lenkt. Sehr oft anders, als wir denken. Und manchmal sogar ganz anders. Doch da wir wissen, dass Gottes Pläne weiser sind als unsere und er uns Menschen liebt, können wir das akzeptieren und uns seiner Führung anvertrauen.

Aber das nur nebenbei.

 

Pläne, Träume. Plötzlich, oder auch längerfristig, können Sie platzen.

Im kinoticket-blog.de, ein Blog, den ich Film- und Kino-Fans wärmstens empfehlen kann, habe ich folgende Rezession unter „Projekt: Antarktis“ gefunden:

...Und ja, dieses Projekt ist hoffentlich endlich eins, dass die anderen eingeschlafenen Deutschen in ihrer Manier wachrüttelt und ihnen zeigt, dass es sich eben auch als Deutscher lohnt, seine Ziele und Träume in Angriff zu nehmen und nach etwas zu streben, und wenn es nur Kleinigkeiten sind...

 

Ziele und Träume in Angriff zu nehmen... Welche Ziele habe ich? Hab ich überhaupt noch welche? Glaube ich, sie verwirklichen zu können? Will ich sie überhaupt noch verwirklichen? Oder möchte ich mich in meinen Zustand einigeln und mit dem Status quo abfinden?

 

Ja, ich habe noch Pläne. Bei einem bin ich gerade dabei, ihn zu verwirklichen. Meinen gepachteten Garten möchte ich kaufen. Dann ist er mein Eigentum und ich kann darin machen was ich will. Jetzt schon hab ich dort relative Freiheit, hab den Zaun erneuert, einiges umgestaltet, Vorbereitungen für Stromanschluss getroffen usw. Der Garten ist wie eine Oase der Stille, weitab von der krankhaften Hektik um einen herum. Ich brauch ihn.

 

Ein weiterer Plan hängt mit meinem Diesel im Blut zusammen. Jahrelang war ich in Osteuropa unterwegs, Kannte die Strecke bis Rumänien wie die Gasse vor meiner Haustür, vielleicht sogar noch besser. Passau, Wien, Nickelsdorf, Budapest, Nagylak, Arad, Sibiu (Hermannstadt) bis Medias oder Gäesti kurz vor Bukarest. Öfters noch weiter. Jeden Monat ca. zwei mal. Hin und zurück. Da gab es gut geplante Tagesstrecken, um stressfrei fahren zu können (ja, das war bei mir damals tatsächlich möglich), Stamm-Parkplätze und Stamm-Lokale. Das ging sogar so weit, dass ich in Ungarn an einer kleinen, urgemütlichen Csárdas meinen Truck abstellte, durch den Gastraum zur Toilette ging und als ich zurück kam, stand auf meinem Stammplatz schon meine Tasse „Duplo-Tee“. Eine kleine Suppenterrine mit zwei Teebeuteln, Zucker, Sahne. Danach kam das Rindersteak mit Knoblauch und Reis. Manchmal auch das ohne Bestellung. Viele solcher schönen Erinnerungen an diese Zeit sind noch wach. Oder als ich in der Autobahnraststätte „Landzeit“ in Strengberg an der österreichischen A8, der Inntalautobahn, meinen Geburtstag „feierte“. Ganz allein.

Ich möchte nun, nach 14 Jahren, einige dieser Stammplätze noch einmal aufsuchen, mit dem Pkw oder gemieteten Wohnmobil, in Erinnerungen schwelgen, die Zeit nochmal ein wenig zurück drehen, Truckerfeeling aufkommen lassen, träumen von alten Zeiten an alten, vertrauten Plätzen.

 

Dialyse! Das schlägt bei diesem Traum ein wie eine Bombe. Damit sie nicht explodiert und die Träume platzen und mir um die Ohren fliegen, gibt es Herausforderungen, braucht es Überlegungen. Aber es ist möglich. Wie? Davon mehr beim nächsten mal.

 

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