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Bleib ruhig

(31 x gelesen) im
Nov 26 2018

Montag, 26.11.

 

Wow! Schwestern und Pfleger sind wie Autos. Jedes fährt anders, jedes reagiert anders. Ich weiß das, hab als KFZ-Mechaniker früher jeden Tag bis zu zehn verschiedene  repariert und gefahren.

Die gemischten Gefühle wegen dem Setzen der Nadeln waren heut morgen völlig unbegründet. Erste Nadel angesetzt, rein und gut. Zweite Nadel angesetzt, rein und gut. Alles angeschlossen und gut. Wow! Wow und Danke! Das war S-Klasse Sonderausstattung. „Innen zart“ liegt wohl nicht zu 100% nur an mir...

Übriges: Vielleicht ist es meinen Lesern aufgefallen, dass seit dem Wochenende der neuste Beitrag immer oben an erster Stelle steht. Danke für den Leser-Tipp.

 

Wie war mein Wochenende? 2½ Tage ohne Dialyse sollten sich doch auswirken. Ruhe, Entspannung, Pause, der Kreislauf kann sich erholen, man kann (sollte) an die frische Luft und so weiter.

Ich hab fast die ganze Zeit geschlafen... Warum? Ich habe den Eindruck, dass Stress Gift ist für einen Dialyse-Patienten. Eins der vielen Gifte. Das war im Vorfeld schon so. Die Nieren sind sensibel. Kranke Nieren sowieso. Stress nehmen sie übel. Ich hab das früher schon so empfunden, dass mich zum Beispiel irgendwelche Auseinandersetzungen ziemlich geschwächt haben und ich jedesmal um gefühlte 5 Jahre gealtert bin. Das Bett und ausgiebiger Schlaf haben mich dann erst wieder auf die Beine gebracht. Was andere als „Flucht vor der Realität“ gedeutet haben, war (und ist immer noch) simpler Selbstschutz. Deshalb hasse ich Auseinandersetzungen und irgendwelche Diskussionen wie die Pest. Auch wenn das oft wie Rechthaberei aussieht.

Dazu kommt behördlicher Stress, Formulare und die Beweispflicht deiner Angaben. (Warum gehen Ämter immer davon aus, dass man sie belügt, wenn man ein Formular ausfüllt? „Geboren? Wenn ja, warum? Und komm vorbei, dass wir sehen, dass du noch nicht gestorben bist.“ und all solche Sachen.) Das geht mir auch total auf den Keks: Formulare. Wobei Keks gleichzusetzen ist mit Nieren.

Ein weiterer Stressfaktor ist, wenn du am Freitag Nachmittag erfährst, dass dein bester Freund mit  knapp über 50 an ALS gestorben ist. Echt fies. Echt Stress. Das ganze Wochenende hab ich zum Verarbeiten gebraucht. Gut, dass ich viel schlafen konnte und viel Ruhe hatte.

 

Also, wenn du auch an der Maschine hängst, dann vermeide es, so gut es geht, Stress zu haben und Stress zu machen. Bleib ruhig, soweit dir das möglich ist und fang an, die Dinge und Personen um dich herum gelassen zu sehen, bis hin zum „geht mich alles nichts an“. Das geht sonst nicht nur aufs Herz, sondern auch mächtig an die Nieren.

 

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