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Alltag

(26 x gelesen) im
Nov 23 2018

Freitag, 23.11.

 

Nicht immer geht alles so, wie man es sich vorstellt. Maschinen sind auch nur Menschen. Die funktionieren nicht immer so, wie sie sollen und man das von Ihnen erwartet. Nein, nicht Daisy. Die macht ihre Arbeit gut. Eine „namenlose“ im Raum. Daisy dagegen summt leise und zufrieden vor sich hin, beschäftigt sich mit meinem Blut, verabreicht mir nebenbei wieder einen Schuss Eisen und sorgt allgemein dafür, dass sich mein Wohlbefinden langsam bessert. Ich liebe sie...

Mit „innen zart“ wird es wohl noch ein wenig dauern, bis das sich ändert. 

Der Ober fragte den Gast: „Und, mein Herr, wie fanden Sie das Schnitzel?“ „Nach längerem Suchen dann unter den Kartoffeln.“ antwortete der Gast.

Der zweiten Nadel ging es heute ähnlich. Mit dem Unterschied, dass sie trotz etlicher Versuche auch „unter den Kartoffeln“ nichts gefunden hat. Also wieder nur eine Nadel. Daisy sieht das wie immer absolut gelassen. Ich auch, relativ. Die Schwestern weniger. Arme Schwestern.

Das gehört eben alles zum Dialyse-Alltag dazu. So, wie früher als Trucker die langen Nächte mit Emma, irgendwo auf einem verlassenen Parkplatz in der Einöde im Ausland, mit gestohlenem Diesel oder Ersatzrad des Hängers, mit Einbruchversuchen in die Fahrerkabine, den endlosen Diskussionen am Zoll mit den sturen und korrupten Beamten usw. Im Gegensatz dazu ist der Dialyse-Alltag ein Klacks. 

 

Also, du kannst alles ganz gelassen nehmen. Die 4¼ Stunden mit Daisy kuscheln, die Nadel, das Frühstück, meine Arbeit, Dokus über Trucker schauen (ich hab immer noch genug Diesel im Blut), ruhen, schlafen. Alles bestens.

Kuscheln tu ich grad, die Nadel sitzt auch, Frühstück ist schon vorbei. Wenden wir uns also der Arbeit zu.

 

Bis später dann.

 

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