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Tag zwei

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Nov 04 2018

23.10. Dienstag - 2. Tag


Man meint zu wissen, was passiert. Das ging mir früher schon oft so, als ich beim rumänischen Zoll stand. Du kommst hin, gehst deine Wege von Station zu Station, bekommst Stempel und Genehmigungen, setzt dich wieder in den Truck, fährst zur Endkontrolle und raus...
Doch schon damals war es öfters "denkste". Andere Bestimmungen, andere Reihenfolge, andere Gebäude und Bürotüren, aber derselbe Stress.
Ich schweife ab. Hab noch zu viel Diesel im Blut. Sicher wird das bei der Dialyse mit ausgespült. Schade eigentlich.
Warum "denkste"?
 Naja, ich steh pünktlich genug auf, mach mich fertig, nehm meine Medikamente und trink ne Tasse Kaffee, zieh mich an und geh schon mal runter auf die Straße. Gestern war das Taxi um 08:30 Uhr bestellt und 08:30 Uhr vor der Tür. Sollte heute wieder genau so sein.
Weit gefehlt. nach 30 Minuten Wartezeit ruf ich in der Dia an. Die kümmern sich. Das tun sie übrigens bei allen Angelegenheiten, die meine Behandlung betreffen: Taxi bestellen, Formulare vorbereiten für Zuzahlungsbefreiung, Schwerbeschädigtenausweis beantragen und und und... Ein Service, den ich genieße.
 Zwei Minuten später der Rückruf: 
Das Taxiunternehmen hat mich vergessen, ich stand nicht mehr auf dem Plan. Ups! Es dauert noch einen Moment, dann kommt es.
Der "Moment" dauerte 25 Minuten. Eine Zeiteinheit, die ich wohl öfters brauchen werde, vermute ich.
Trotz allem wieder ein freundlicher Fahrer, ein nettes Gespräch. Die können ja nichts dafür. Eine Stunde später als geplant bin ich auf dem Dialyseplatz. Heute ein anderer, schräg gegenüber. 
Die Schwestern sehen das alles gelassen, strahlen Ruhe und Sicherheit aus - und haben ein wenig Mitleid mit mir. Die ersten beidenTage zur Dia und dann sowas...
Die Prozedur die gleiche wie gestern. Ich kenn das ja nun schon alles, bin ja fast schon ein alter Hase...
Heute hör ich in den zwei Stunden mit meinem Handy und Kopfhörern Musik. Ich könnte auch Fernsehen oder Radio, aber nein, danke. Nebenbei wieder ein Wunsch-Frühstück, Nachrichten tippen, entspannen, ruhen.
Ich habe beschlossen, in der Klinik - ich hab immer noch kein Synonym dafür - mein Handy stumm zu schalten. Da bin ich nicht da, für niemanden. Nur für mich. Keine Anrufe, keine Nachrichten von draußen. Nur das, was ich reinlassen möchte. Diesen Luxus werde ich mir in Zukunft gönnen, in dieser Zeit nur für mich da zu sein.
Auch heute vergehen die zwei Stunden relativ schnell. Abbau, Waage, alles wie gehabt. Doch heut ist es mit dem Taxi anders herum: Die Fahrerin muss auf mich warten. Für sie kein Problem. Sie bekommt ihr Geld wenn sie steht und wenn sie fährt.
Zuhause ist das Mittagessen schon fast fertig. Auch hier nette, freundliche "Bedienung".
 Und nach dem Essen wieder ein Erholungsschläfchen...

Morgen werden es schon drei Stunden, die mich die Maschine festhält. 
Bis dann...

 

 

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