*
LogoFacebook
blockHeaderEditIcon

Mahlzeit!

(31 x gelesen) im
Nov 21 2018

Mittwoch, 21.11.

 

Heute gab es den ersten Reif auf der Straße. Null Grad Celsius. Was mich früher als Trucker immer nervös gemacht hat, lässt mich heute kalt. Ich bin nur Fahrgast im Taxi.

Weniger kalt lässt mich die „Morgenzeremonie“. Die zweite Nadel möchte auch nach mehreren Versuchen nicht ihren Weg in die Vene finden. Also die Stelle abdrücken und nur eine Nadel im Arm. Außen hart, innen zart. Und das wird sich erst mit der Zeit ändern, zumindest das „innen“. Die Nadel brennt heut ein wenig. Venendruck um die 220. Es ist eben immer wieder neu ein Akt für sich mit den Nadeln. Und mit dem Personal. Ein neuer Tag - ein neues Glück.

 

Wenden wir uns lieber dem Frühstück zu. Das ist angenehmer. Heute hab ich Hunger für zwei ganze Brötchen. Morgens kurz vor halb sieben aufstehen und nur ne kleine Tasse Caro zu den Medikamenten, Da fängt dann halb neun schon mal der Magen an zu knurren. 

Beim Thema Essen und Trinken sollte man überhaupt etwas aufpassen. In vielerlei Hinsicht. 

Angefangen bei den Blutwerten. Allen voran Kalium, Phosphat, Natrium. Das muss alles Daisy bewältigen. Neben vielem anderen. 

Es ist von immensem Vorteil, wenn du lernst, welche Dinge in welchen Lebensmitteln in welcher Menge vorhanden sind. Das macht den größten Teil der Miete aus. Was passiert, wenn die Werte über die Stränge schlagen? Das kann man alles auf guten Webseiten nachlesen, davon gibt es genug. Auch Lebensmitteltabellen, die sehr übersichtlich und hilfreich sind. Halte dich danach, soweit es möglichst ist und dir wird es gut gehen. Tust du es nicht, hat es erst mal keine Auswirkungen. Zumindest spürst du es oft nicht. Aber manchmal eben doch. 

So wie grad bei mir. Seit einigen Tagen jucken die Beine. Die Nachfrage beim Arzt heut morgen klärt mich auf. Es kann eine „Nebenwirkung“ der Eiseninfusion sein, die ich am Freitag bekommen habe. Und es kann an meinem erhöhten Phophatwert liegen. In letzter Zeit ist - grundsätzlich erfreulich - mein Appetit besser geworden und somit auch die Menge dessen, was ich verdrücke. Siehe heute das Frühstück, zwei statt nur eineinhalb Brötchen. Und ich hatte zu viel Milch und Milchprodukte, wobei ich schon Schmelzkäse total und Hartkäse weitgehend meide. Na gut, bedeutet also, die Ernährung weiter anpassen. Sollte funktionieren. 

Ein weiterer Punkt bei Ernährung? Du solltest dir gut überlegen, wann du wieviel von was und wann und in welcher Geschwindigkeit isst und trinkst. Nicht nur an Dialysetagen, auch dazwischen. Du liegst mindestens vier bis viereinhalb Stunden fest. Wie ein Schiff im Eis der Arktis. Angebunden an Daisy. Und viereinhalb Stunden können lang werden. Hast du vorher zu viel getrunken, meldet sich die Blase. Das solltest du beherrschen können, bis du wieder aufstehen kannst. Und das ist nur das kleinere Problem... Deshalb gibt es bei mir morgens nur eine kleine Tasse Caro und neben meiner besten Freundin zum Frühstück nur ein kleines Glas Wasser. Das muss reichen bis Mittag. Und ist schon „grenzwertig“.

 

Während ich hier schreibe, schnurrt Daisy neben mir leise vor sich hin. Mit was wird sie sich wohl beschäftigen? Außer mit meinem Blut? Sie scheint zufrieden zu sein mit mir. Die anfänglichen Probleme haben wir gemeinsam überwunden. Daisy, die Schwestern und ich. Daisy hat nun auch nichts dagegen, wenn ich mich zurücklehne und den Rest des Vormittags genieße. Sie freut sich immer, wenn ich positiv über sie berichte. Die Schwestern übrigens auch...

 

Kommentar 0
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail
Kein Problem. Geben Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein, mit der Sie sich registriert haben.